Stiftung

Die Land­fried- Stif­tung GmbH erhielt ihr Vermögen durch das Testa­ment von Prof. Dr. Klaus Land­fried, der 2014 verstarb. Klaus Land­fried war Professor für Poli­tik­wis­sen­schaft, Präsi­dent der Univer­sität Kaisers­lau­tern und Präsi­dent der Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz.   

Während seiner Tätig­keit in der Hoch­schul­po­litik gelangte Klaus Land­fried zu der Über­zeu­gung, dass es nicht das Ziel einer Gesell­schaft sein kann, dass alle ein Hoch­schul­stu­dium absol­vieren, sondern dass den nicht­aka­de­mi­schen Berufen mehr Wert­schät­zung entge­gen­ge­bracht werden sollte. Die Stif­tung hat demnach vor allem das Ziel junge Nicht­aka­de­miker zu fördern. 

Die Gelder der Stif­tung kommen aus dem Vermögen, das die Familie Land­fried mit ihrer Tabak­fa­brik erwirt­schaftet hat. Philipp Jacob Land­fried grün­dete die Fabrik 1810 in Heidel­berg.   

Schon damals enga­gierte sich die Familie sozial. Zum Beispiel errich­tete sie das Land­fried­sche Bürger­stift in der Dante­strasse in der Heidel­berger West­stadt, in dem allein­ste­hende alte Frauen, die der Alter­s­armut zum Opfer gefallen waren, leben konnten, und das es noch heute als Senioren-Begeg­nungs­zen­trum gibt.

Wir haben uns mit den uns derzeit vorlie­genden histo­ri­schen Quellen zur Geschichte der Familie Land­fried und ihren wirt­schaft­li­chen Akti­vi­täten beschäf­tigt. Dabei haben wir auch Hinweise auf mögliche kolo­niale Verflech­tungen geprüft. Nach dem derzei­tigen Stand der Quellen ist belegt, dass Wilhelm Land­fried im Zusam­men­hang mit dem Tabakanbau in Kamerun tätig war. So wird unter anderem seine Betei­li­gung an der „Tabakbau- und Pflan­zungs­ge­sell­schaft Kamerun“ im Jahr 1913 doku­men­tiert. 

Auch die Geschichte des Tabakan­baus in der Region Heidel­berg, etwa in Rauen­berg, gehört zur Fami­lien- und Wirt­schafts­ge­schichte. Der dama­lige Begriff „Kolo­ni­al­wa­ren­laden“ bezeich­nete grund­sätz­lich einen Gemischt­wa­ren­handel. Zugleich wurden dort Waren wie Kaffee und Tee gehan­delt, die viel­fach aus kolo­nial geprägten Wirt­schaftss­truk­turen stammten. Wir möchten diesen Teil der Fami­li­en­ge­schichte offen und diffe­ren­ziert aufar­beiten. Für weitere histo­ri­sche Quellen, Doku­mente oder Hinweise, die zu einem besseren Verständnis dieser Zusam­men­hänge beitragen können, sind wir dankbar.

In den Natio­nal­so­zia­lismus war der Onkel von Klaus Land­fried, Fried­rich Land­fried verstrickt, was wir sehr bedauern.

Wir distan­zieren uns von der abstrei­tenden Haltung Klaus Land­frieds zur mensch­li­chen Verur­sa­chung der Klimae­r­wär­mung.

Klaus Landfried

Prof. Dr. Klaus Land­fried

  • 1941–2014
  • Professor für Poli­tik­wis­sen­schaft
  • Präsi­dent der Univer­sität Kaisers­lau­tern
  • Präsi­dent der Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz

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